Konzeptioneller Überblick

Medizinprodukt zur Chelation der Actinoide (Uranium, Plutonium, Thorium und Americum) im Rahmen von kutanen Verunreinigungen.

Die Konzeption von Calxarene Cevidra wurde vom Labor für Radiochemie (Laboratoire de RadioChimie (LRC)) des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (IRSN)), der Direktion für Strahlenschutz des Menschen (Direction de la RadioProtection de l’Homme (DRPH)), der Dienststelle für interne Dosimetrie (Service de Dosimétrie Interne (SDI)) Dank einer Finanzierung der frz. Rüstungsagentur (Délégation Générale pour l’Armement (DGA)) durchgeführt und verfügt über das Patent FR0858703 in Frankreich und in allen Ländern, die über zivile oder militärische Kernkraft verfügen.

Warum ein chelatbildendes Actinoid in Form einer Reinigungscreme?

Die Form der Reinigungscreme Calixarene Cevidra® wurde durch den Austausch der Teams des IRSN mit den Betriebsärzten der Atomindustrie-Betreiber AREVA und EDF inspiriert, die zur Bestimmung des Bedarfs befragt wurden, den galenische Entwicklungen zur schnellen operativen Lösung bei Problemen mit kutanen Kontaminationen von Arbeitern durch Actinoide wie beispielsweise Uranium herbeiführen können.

Weshalb wurde Calix[6]arene-Karbonsäure gewählt?

Das Molekül 1,3,5-OCH3-2,4,6-OCH2COOH-p-tertbutylcalix[6]arene (Fig. 1), das wir im Folgenden als "Calix[6]arene-Karbonsäure" oder einfach als "Calixarene" bezeichnen, wurde schon früher im Rahmen einer Projektstudie über kutane Dekontaminierung im Labor für Radiochemie zur Extraktion durch Chromatographie-Kolonnen und Analyse der Actinoide (Uranium, Plutonium und Americium) entwickelt, die in Spuren im Urin von kontaminierten Personen oder im Trinkwasser vorkommen [1, 2].

Ist Calix[6]arene-Karbonsäure die beste Lösung für kutane Kontaminationen durch Actinoide?

Dieses Calixarene weist eine gute Affinität und eine gute chemische Selektivität gegenüber Actinoiden auf, und wurde auch für andere Anwendungen gewählt, insbesondere als das Labor eine Strategie zur Entwicklung von topischen Arzneimitteln zur kutanen Dekontamination auf Basis des bestehenden chelatbildenden Wirkstoffs annahm.

Das mit verschiedenen Expertisen zur Behandlung von interner Kontamination beauftragte Team des Labors für Radiochemie (LRC) des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN) hatte in der Tat das Fehlen einer wirklich spezifischen Behandlung gegenüber Hautkontaminationen durch Actinoide sowie mangelndes Wissen über die Wirksamkeit bestehender Behandlungen festgestellt. Insbesondere war keine wirksame Lösung zur Behandlung der Fälle von Kontaminiation durch Uranverbindungen verfügbar- die einzige Behandlungsmaßnahme bestand im Spülen mit Reinigungsmittellösungen oder DTPA-Lösungen (Diethylentriaminpentaacetat), die jedoch keine spezifische und wirksame Dekontamination des Radionukleids ermöglichten.

Lancierung des Projekts, Validierung durch die Akteure der französischen Atomindustrie und Unterstützung der Rüstungsagentur (DGA).

Das Projekt über die kutane Dekontamination hat eigentlich schon im Jahre 2009 mit der Kofinanzierung der Rüstungsagentur (DGA) begonnen und war Gegenstand einer Doktorarbeit.

Im Rahmen einer vom IRSN organisierten Sitzung im Dezember 2009 wurde die Doktorarbeit dem koordinierenden Betriebsarzt von EDF und den Ärzten der Gruppe AREVA vorgelegt, die ihr Interesse für eine solche Herangehensweise bekundet haben, die auf die festgestellte Problematik bei hartnäckigen Kontaminationen an für die Behandlung schwer zugänglichen Stellen wie Hautanhangsgebilden, Körper- und Kopfbeharung, Kopfhaut oder Hautfalten sowie kontaminierten Verletzungen hinweist.

Industrialisierung des Projekts

Seit 2016 hat das Labor CEVIDRA, Inhaber der Weltlizenz, in enger Zusammenarbeit mit dem Labor für Radiochemie (LRC) des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN) an der Konzeption, Entwicklung und Industrialisierung der Calix[6]arene-Karbonsäure mitgewirkt, um die topische Form dieses Medizinsprodukts der Klasse I auf den Markt zu bringen.